© Uwe Drath

Wandertage in den Kirnern Dolomiten

Wandergruppe 15km +

14.10.2026

Am 14.05.2026 war es endlich so weit: Vier Wandertage im Hunsrück, genauer in den Kirner Dolomiten, standen auf dem Programm. Bereits um 6:45 Uhr starteten wir in Solingen Richtung Hunsrück und Naheland. 

1. Wandertag 

Gegen 9:30 Uhr begann unsere erste Tour am Parkplatz in Simmertal. Die Vitaltour Felsengarten mit ihren rund 15 Kilometern und etwa 350 Höhenmetern erwies sich als ideale Einstiegswanderung. Nach jedem Anstieg wurden wir mit herrlichen Ausblicken über die Höhen des Hunsrücks belohnt. Die noch blühenden Rapsfelder und die artenreichen Wiesen boten zahlreiche Fotomotive. Besonders eindrucksvoll waren die Passagen durch den Felsengarten und die Aussichtspunkte hoch über dem Simmerbachtal. 



Am Nachmittag fuhren wir: Swanhild, Ulrike, Christiane, Bettina, Andrea, Inge, Jadranka, Angela & Michael, Susanne & Uwe ins naheliegende Berschweiler bei Kirn weiter und bezogen unser Quartier im Landhaus Schmidt-höfer. Nach dem Abendessen machte sich die Anstrengung der Anreise und Wanderung bemerkbar, sodass der erste Tag früh ausklang. 

2. Wandertag 

Nach einem ausgezeichneten Frühstück stand die Vitaltour Hahnenbachtal auf dem Programm. Der ausgezeichnete Premiumwanderweg des Jahres 2012 führte zunächst kräftig bergauf. Unterwegs begegneten wir zahlreichen Relikten des ehemaligen Bergbaus: Schienen, Loren und Stolleneingänge erinnerten an den einstigen Abbau von Schiefer, Eisenerz sowie zeitweise auch Zink und Silber.
Ein besonderer Höhepunkt war die Führung im Keltendorf Altburg. Die rekonstruierte Siedlung, auf einem Höhenzug über das Hahnebachtal gelegen, vermittelt eindrucksvoll, wie das Volk der Treverer hier vor etwa 2.000 Jahren lebten. 

Anschließend führte uns der Weg durch das Sinserbachtal zu einer Schieferhalde, auf der wir unsere Mittagspause einlegten. Über die Ruine Hellkirch gelangten wir dann endlich zur imposanten Schmidtburg, der größten Burganlage des Hunsrücks. Nach deren Besichtigung folgte der Wanderweg abwärts und passierten dabei einen idyllisch gelegenen Weiher an dessen Ende eine große Schaukel auf Besucher wartete. Nach der spielerischen Auszeit war es nicht mehr weit zum Forellenhof, wo wir den Wandertag bei Kaffee und Kuchen gemütlich ausklingen ließen. 

3. Wandertag

Am dritten Tag erwartete uns der Drei-Burgen-Weg rund um Kirn und durch die Kirner Dolomiten. Diese anspruchsvolle Höhen- und Talwanderung zählt zu den schönsten Touren der Region. Bereits auf dem Weg zur Kyrburg sorgte eine überdimensionale XXL-Bank für einen unterhaltsamen Fotostopp. Die erstmals 1128 erwähnte Kyrburg beeindruckte ebenso wie ihre wechselvolle Geschichte. Heute beherbergt die historische Burgschänke neben einem Restaurant auch eine außergewöhnliche Whisky-Sammlung mit mehreren Tausend Flaschen. Da kommen wir später noch drauf zurück. 

Durch das verwunschene Trübenbachtal führte der Weg weiter hinauf zum Pfaffeneck, dem höchsten Punkt der Tour. Unterwegs gesellte sich noch der Hildegard von Bingen Pilgerwanderweg dazu, der eine Länge von 137 km. hat und von Idar-Oberstein nach Bingen führt. 

Danach folgte der steile Abstieg nach Kallenfels. Dort liegen die Überreste mehrerer Burgen eindrucksvoll auf verschiedene Felsen verteilt. Über Schloss Wartenstein mit seinen herrlichen Aussichtspunkten wanderten wir weiter nach Oberhausen und schließlich zu den Kirner Dolomiten. 

Zahlreiche DAV-Klettergruppen nutzten die markanten Felsen für ihre Aktivitäten. Mit einigen Kletterer*innen hatten wir auch einen guten Gesprächsaustausch mit woher, wohin und Seil ein. 

Nach dem letzten Abstieg kehrten wir noch einmal in die Burgschänke ein und genossen Kaffee sowie großzügige Kuchenportionen. 

Wandertag 4 

Zum Abschluss unserer Wandertage im Hunsrück, wechselten wir nach Herrstein. Der Mittelalterpfad mit (nur) zehn Kilometern Länge, aber einigen Höhenmetern, versprach eine entspannte Abschlusstour vor der Heimreise. Zudem gehörte der Wanderweg zu den Traumschleifen des Saar-Hunsrück Steig. Über den erhaltenen Wehrturm der Stadt-mauer führte der Weg in sanften Serpentinen auf die Höhen oberhalb von Herrstein. 

Vorbei an Rapsfeldern und Wiesen erreichten wir die Nähe von Niederhosenbach, dem Geburtsort der heiligen Hildegard von Bingen. Entlang des Weges informierten zahlreiche Tafeln über historische Ereignisse und Schicksale der Region. Besonders nachdenklich stimmten die Hinweise auf die Rabenkanzel, die im Mittelalter als Richtstätte diente. Von hier aus bot sich den Verurteilten einst ein letzter Blick über den Hunsrück. Wenig später erreichten wir die Jammereiche, die an die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges erinnert. Der Überlieferung nach, wurde an dieser Stelle die gesamte Bevölkerung und das hier oben angesiedelte Dorf komplett ausgelöscht. Diese Zeugen der Vergangenheit verliehen dem Mittelalterpfad eine ganz besondere Atmosphäre. Anschließend erreichten wir die Aussichtsplattform mit ihrem beeindruckenden Rundumblick über den Hunsrück. 

Der Mittelalterpfad bot noch weitere Höhepunkte, darunter den Herrsteiner Aussichtsturm. Schließlich führte uns der Weg durch die historischen Gassen mit ihren liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern und holprigen Kopfsteinpflaster zurück zur Zehntscheune. Dort gaben wir dann auch unseren „Zehnten“, allerdings in Euro. Denn dort ließen wir die Wandertage bei einer herzhaften Mahlzeit und Kaffee mit Herrsteiner Kuchen ausklingen. 

Der Hunsrück hat uns mit seinen abwechslungsreichen Landschaften, geschichtsträchtigen Orten und hervorragenden Wanderwegen begeistert. Zahlreiche weitere Touren stehen bereits auf unserer persönlichen Wunschliste. 

 

Text und Fotos: Uwe Draht